НОВОСТИ      20.02.2023

«Ecke der Erinnerung» in der Begegnungsstätte des Dorfes Sokuluk

Die Begeisterung, die Nostalgie und die Erinnerungen an die Vergangenheit – das sind die Emotionen, die die Menschen im Museum der Begegnungsstätte des Dorfes Sokuluk erleben. Galina Alekseevna Balinger, Leiterin der Begegnungsstätte, erzählte uns, wie dieses Museum eröffnet wurde und was es in sich bringt.

Am 28. August 2022 erschien in der  Begegnungsstätte des Dorfes Sokuluk ein kleines Museum – „Ecke der Erinnerung“, so die Dorfbewohner es nannten. Es sind gesammelte Gegenstände, die einst Volksdeutschen gehörten. Jedes Objekt in diesem Museum speichert nicht nur Informationen über sich selbst, sondern auch eine Geschichte aus dem Leben seines Besitzers und seiner Familie. Im Großen und Ganzen handelt es sich um Haushaltsgegenstände, die vielleicht täglich benutzt und durch Erbschaft weitergegeben wurden. In den 1990er Jahren begannen jedoch deutsche Familien massenhaft nach Deutschland auszuwandern. Sie überließen viele Dinge den Bekannten aus den deutschen Familien oder warfen einfach sie weg. Nur Bibeln wurden in der Begegnungsstätte gebracht. Als Galina Alekseevna Balinger, die derzeitige Leiterin der Begegnungsstätte im Sokuluk, diese Position übernahm, hatte sie den Traum, ein Museum zu gründen. Diese Idee wurde von Vertretern der älteren Generation, Generationen von Zeitzeugen und Teilnehmern des Projekts „Akademie für ältere Menschen“ unterstützt. So wurde das zukünftige Museum mit Exponaten aufgefüllt – Haushaltsgegenstände, Geschirr, alte Fotografien.

 

Einen großen Einfluss auf die Entstehung des Museums hatte die Reise von Galina Alekseevna zum Seminar über Museumsbetrieb, das dem 100-jährigen Jubiläum des Marksstädter Heimatmuseums gewidmet war. Dort traf sie die Direktorin dieses Museums, Irina Avromidi. Nach ihrer Ankunft in Kirgisistan begann Galina Alekseevna, parallel dazu mit Irina Avromidi, die Ausstellung ihres Museums vorzubereiten. Galina Alekseevna legte ihre Seele in jedes Exponat und seine Geschichte. Sie ging vorsichtig an die Schaffung der „Ecke der Erinnerung“ heran. Leider ist viel verloren gegangen. Denn die Dinge, die ihre Funktionalität verloren hatten, wurden von den auswanderten Familien verteilt oder einfach weggeworfen und verbrannt.

Die Exponate im Museum der Begegnungsstätte gehören hauptsächlich drei deutschen Familien, darunter die Familie von Galina Alekseevna. Yakob Balinger, der Vater von Galinas Ehemann, hinterließ viele selbstgebaute Möbel: eine Truhe, ein Kinderschaukelbett, ein Büchergestell sowie Zimmermanns- und Tischlerswerkzeuge. Wenn die Kinder das Museum besuchen und dieses Erbe sehen, beginnen sie darüber nachzudenken, wie sie diese Werkzeuge verwenden können, um so wichtige Gegenstände des täglichen Lebens herzustellen.

Auch die Familie von Travgut Kunze hat dem Museum einige Gegenstände gespendet. Travgut Kunze selbst arbeitete als Bahnhofsvorsteher und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit der Herstellung von Spinnrädern. Diese Spinnräder sind, wie Galina Alekseevna sagt, „die Perle des Museums“. Sie zeigen, wie ein Mensch trotz aller Schrecken der Deportation die Herzensgüte und Menschlichkeit bewahrt hat. Schließlich ist das Spinnrad der Inbegriff von der Wohnlichkeit.

Es gab auch Familien, die mit mennonitischen Deutschen nach Zentralasien kamen. Einer von ihnen ist Friedrich Zitzer. Er war Deutschlehrer. Seine Tochter, schon als eine erwachsene Frau, rettete und brachte dann ins Museum einen Schulzeiger, den ihr Vater für seine Arbeit verwendete. Der älteste Gegenstand wurde dem Museum von Johannes Grauberg geschenkt. Es ist die Spindel seiner Ur-Ur-Ur-Großmutter!

Wenn die Kinder dieses Museum besuchen und all das Erbe sehen, sie sind davon entzückt. Die Überraschung und Neugier leuchten auf den Gesichtern der Kinder, wenn sie etwas über Füllfederhalter erfahren, die sie noch nicht einmal von ihren Eltern gesehen haben. Auch Vertreter der älteren Generation besuchen das Museum gerne. Die Objekte in diesem Museum wecken bei vielen nicht nur Freude, sondern auch Nostalgie. Für sie ist das nicht nur ein Ruschnik* oder ein Spinnrad. Es sind lebendige Bilder aus der Vergangenheit, der Inbegriff von schweren Zeiten und Familiengemütlichkeit, die Erinnerungen an ihre Jugend. Für die ältere Generation ist dieses Museum eine Rückkehr in die Vergangenheit und die Erinnerung an geliebten nähen Menschen.

Für alle Generationen hat dieser Ort eine eigene Bedeutung, weckt unterschiedliche Emotionen. Aber das Hauptziel dieses Museums ist, dass es hilft, das ethnische Gedächtnis ihrer Vorfahren zu bewahren. Die Verbindung zwischen den Generationen erhalten.

Die Exponate des Museums können Sie donnerstags von 11.00 bis 15.00 Uhr  in der  Begegnungsstätte des Dorfes Sokuluk kennenlernen.

* Ruschnik – ein Handtuch aus selbstgesponnener Leinwand. Der Gegenstand der Volkskultur und Volkskunst.

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